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2. Die Entwicklung:


Im Jahre 1948 wurde der Tennisverein zunächst unter dem Namen BSG Einheit, später BSG Stahl Nord und ab 1952 als BSG Motor Gohlis Nord ( umgangssprachlich MoGoNo) weitergeführt. Entsprechend den zu dieser Zeit gültigen gesetzlichen Bestimmungen wurde die Betriebssportgemeinschaft (BSG) einem sogen. Trägerbetrieb angeschlossen, dem die Sportgemeinschaft unterstand und von dem es in gewissem Umfang finanzielle und materialtechnische Unterstützung gab. Im Falle von MoGoNo war der Trägerbetrieb der aus dem Maschinenbaubetrieb Bleichert hervorgegangene staatliche Betrieb SAG Bleichert ( später VEB VTA Leipzig).

1948 wird das Wackerstadion in Stadion des Friedens umbenannt.

1949 erfolgt der Spielbetrieb zunächst auf den vorhandenen 5 Plätzen.

Es ist bemerkenswert, daß zur damaligen Zeit das Interesse am Tennissport so groß war, daß diese 5 Plätze bei der Mitgliederzahl nicht ausreichten. Deshalb wurde die Liegewiese auf Platz 6 zusätzlich zu einem Trainingsplatz für die Jugend umgestaltet.

1949 wurden Pläne zum Umbau der Terrasse erarbeitet.

1950 realisierten die Vereinsmitglieder mit Unterstüzung des Trägerbetriebes (Schweißarbeiten, An- und Abtransport der Abbruchziegel) dieses Vorhaben.

1951 wurde die neue Tribüne und der Jugendplatz mit Saisonbeginn zur Nutzung übergeben.

1956 übernahm der neu gegründete SC Lok Leipzig das Stadion des Friedens.

Das war für den Tennisclub eine einschneidende Veränderung.
Die Tennissektion war zwar die einzige Sektion von MoGoNo, die auf der Anlage verbleiben durfte, aber die Tennisspieler waren plötzlich nur noch geduldete Gäste auf ihrer eigenen Anlage.
Auch das Tennisheim wurde zum allgemeinen Clubhaus erklärt, zeitweilig auch zum „Zentrum für aktive Erholung“ umfunktioniert.
So konnte das Tennisheim von den Tennisspielern nur noch bedingt genutzt werden.

Durch den SC Lok wurden zwei Tennisplätze zu Volleyballplätzen umgebaut, um den Handballern und Fußballern vom SC Lok Möglichkeiten für einen Ausgleichssport zu geben.

Joachim Kunsch, der zu dieser Zeit Sektionsleiter war, schrieb gemeinsam mit Dr. Rolf Asperger mehrere Eingaben an die zuständigen Sportbehörden der DDR, aus Protest gegen die Zweckentfremdung der Tennisplätze, die aber zu keinem Erfolg führten. Tennis hatte im DDR- Sport keinen Stellenwert. Es wurden nur solche Sportarten staatlich gefördert, die internationales Ansehen durch den Gewinn von Medaillen versprachen. Die Volleyballfelder mußten nach einigen Jahren einem sogen. Sanitärtrakt weichen, der aus Anlaß einer Etappenankunft der Friedensfahrt gebaut wurde. Heute beherbergt dieses Gebäude nach weiteren Umbaumaßnahmen ein physiotherapeutisches Zentrum.


Ende der 50er /Anfang der 60er Jahre wurde der Tennisclub durch den SC Lok verpflichtet freiwillige Aufbaustunden am Stadion des Friedens zu leisten. Die Tennisspieler haben an verschiedenen Wochenenden u.a. an den Traversen des Hauptfeldes mit gebaut.
In dieser Zeit war die Existenz der Tennisplätze immer wieder gefährdet.
In einem Zeitungsausschnitt des Sächsischen Tageblatt von 1955 wird über die kritische Situation bei MoGoNo wie folgt berichtet :
„Nachdem der Vertrag mit der Reichsbahn über die Benutzung der Anlage im Stadion des Friedens abgelaufen ist, wissen 200 aktive Tennisspieler von Motor Gohlis Nord nicht, was aus ihren Plätzen wird. Durch die Zentrale Fachkommision der SV Lokomotive wurde zwar in Abrede gestellt, daß die Tennisplätze für Reichsbahnzwecke verwendet werden sollen, aber die Ungewißheit bleibt.“(Die Reichsbahn war der Trägerbetrieb des SC Lok). Gleichzeitig bemühten sich andere Leipziger Tennisvereine, die Gunst der Stunde zu nutzen, um z.Teil mit Erfolg Spitzenspieler von MoGoNo für ihre Vereine abzuwerben. Eine Verbesserung für die Tennisspieler trat erst Mitte der sechziger Jahre ein. Mit der Gründung des SC Leipzig wurde das Stadion des Friedens in die Verwaltung des Sportforums eingegliedert. Sportfreund Blume, der als Verantwortlicher nach Gohlis kam, sah es als seine Aufgabe an, allen Sektionen und Sportlern einen einwandfreien Spielbetrieb zu ermöglichen.
Veränderungen und Verbesserungen an der Platzanlage waren zu dieser Zeit aus finanziellen und materialtechn. Gründen nur in begrenztem Maße möglich. Trotzdem wurde durch Initiative zahlreicher Sportfreunde viel für die Werterhaltung getan und zahlreiche Verbesserungen geschaffen. Die Instandhaltung der Plätze und der Geräte, wie Kreidemaschine, Walzen, Netze, Schiedsrichterstühle verlangte von den Tennisspielern insbesondere vor Saisonbeginn viel persönlichen Einsatz und Talent zur Improvisation.
Die Fertigstellung der Plätze nach der Winterzeit war von der Beschaffung des Ziegelmehls über das Aufbringen des Ziegelmehls, das Walzen der Plätze, die Neuvermessung und das Kreiden der Linien immer mit hohem Arbeitseinsatz der Clubmitglieder verbunden, insbesondere nach den Wintern, in denen die Tennisplätze als öffentliche Schlittschuhplätze genutzt wurden. Auf Initiative von H. Wenzel entstand im hinteren Teil des Stadion 1961 eine Tenniswand die für Trainingszwecke besonders von Anfängern genutzt wurde. Aus Anlaß eines zentralen Sportfestes mußte diese Wand 1986 abgerissen werden. Eine neue Tenniswand wurde unter Leitung von Ralf Schnerr 1987 direkt am Hockeyfeld an der Flutlichtanlage erbaut.


Ralf Schnerrs Initiative und der unermüdlichen Einsatzbereitschaft vieler MoGoNo-Tennisspieler war es zu verdanken, daß in der Zeit von 1981 - 1982 im hinteren Teil des Stadions, angrenzend an das Gelände des Wackerbades, ein Tennisplatz mit Kunststoffbelag erbaut wurde.
Es war ein Experimentalbau, der weitgehend vom damaligen Kombinat VTK finanziert wurde. Leider konnte der Platz nicht ausreichend eingezäunt und beaufsichtigt werden, so daß er nach 2 Jahren intensiver Nutzung durch die Tennisspieler dem Vandalismus zum Opfer fiel.
Zur Straßenseite wurde am Zaun entlang eine Hecke als Sicht-und Lärmschutz angepflanzt. Auch dafür wurden die erforderlichen Ausschachtungsarbeiten und das Pflanzen von den Clubmitgliedern übernommen.
Auf Initiative von Wolfgang Reinecke war es möglich in den Jahren 1987/88 in der Turnhalle der Schule in der Wittenberger Str. Tennis zu spielen. In freiwilliger Arbeit wurden damals von Tennispielern die Linien für einen Tennisplatz auf den Parkettboden gezeichnet.
Die Halle wurde im Winter fleißig genutzt, obwohl es z.T. ziemlich gefährlich war, weil der Auslauf an den Enden des Feldes zu kurz war. Der morsche Hallenboden war auch der Grund, daß sich ein Sportfreund beim Spiel einen Beinbruch zugezogen hat, als er beim Zurücklaufen in ein morsches Dielenbrett einbrach. Trotzdem kann man sagen, daß für alle die Freude am Spiel größer war, als die geschilderten Unbequemlichkeiten.

Nach der Wiedervereinigung 1989 wurde am 25.10.1990 der Beschluß gefaßt aus der BSG auszutreten.
Im Oktober 1990 wurde der gemeinnützigen Verein TC Wacker Gohlis e.V. gegründet.

Aus diesem Anlaß fand am 20./21.7.1991 ein Treffen mit alten Wackeranern im Tennisheim statt, zu dem auch ca. 25 - 30 Gäste aus den alten Bundesländern anreisten. Die Organisation lag in den Händen der Sportfreunde Dr. Inge Müller und Jochen Grosse. Allen Beteiligten hat das Wiedersehen große Freude bereitet.
Durch den neuen Status als gemeinnütziger Verein ergaben sich wesentliche Veränderungen in der Organisation und Kostenstruktur des Vereins. Am ehesten von allen Mitgliedern wahrgenommen wurde die spürbare Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Auch eine Aufnahmegebühr für neue Mitglieder wurde eingeführt und eine Satzung des Vereins aufgestellt.

Seit 4.4.1992 ist der TC Wacker Mitglied im Sächsischen Tennisverband.


Die Erhöhung der Beiträge ermöglichte eine Reihe von Veränderungen und Verbesserungen an der Platzanlage, die allen Mitgliedern zu gute gekommen sind. Folgende Maßnahmen wurden realisiert:

  • 1991 Plastelinien an Stelle der Kreidelinien.
  • 1992 Umgestaltung des Vorraumes im Clubhaus, Bau einer Bar und neuer Sitzgruppen, Teppichboden erneuert.
  • 1992 Duschen und WC renoviert und neu gefliest.
  • 1992 Ankauf einer Ballmaschinen insbes. für den Trainingsbetrieb der Jugend.
  • 1993 Der Hallenspielbetrieb in Abtnaundorf wird möglich.
  • 1993 Hof wird neu gepflastert.
  • 1993 Kabinen renoviert, Fußboden in Herrenkabine erneuert, Bau einer Herrentoilette.
  • 1993 Dach des Clubhauses neu gedeckt.
  • 1993 Plane zur Straßenseite angebracht ( Sponsor A. Breitzke).
  • 1994 Zweite Wasserleitung zum Sprengen der Plätze wird installiert.
  • 1994 Neue Schränke in den Kabinen.
  • 1996 Ankauf einer neuen Ballmaschine für den Trainingsbetrieb der Jugend.
  • 1996 Verlegen von Teppichboden im Clubraum, Ankauf von Tischen, Stühlen und Sonnenschirmen für die Terrasse, neue Stühle und Sitzkisse im großen Clubraum.
  • 1996/1998 Neue Zäune zur Straße und zum Stadion.
  • 1998 Neue Schiedsrichterstühle.
  • 1999 Erneuerung des Fußbodens in den Umkleidekabinen
  • 2000 Einbau neuer Netzpfosten und Anschaffung neuer Netze
  • 2000 - 2001 Das Clubhaus erhält eine neue Fassade, neue Dachrinne, die Kabinen und Toiletten einen neuen Farbanstrich. Einbau von neuen Türen am Eingang zur Platzanlage und am Geräteschuppen.
  • 2001 Neubau der Zuschauertribüne durch Britta Junghans, Axel Dräger, Thomas Dörr, R. Hilbert, R. Schnerr
  • 2002 Neudeckung des Tennisheims und Sanierung der Elektroanlage
  • 2003 - 2004 Renovierung der Platzanlage mit Einbau eines Entwässerungssystems und einer Bewässerungsanlage
  • 2007 der TC Wacker Gohlis e.V. erhält durch Daniel Dräger eine eigene Homepage und ist jetzt unter http://www.tcwackergohlis.de online
  • 2008 wird zusätzlich durch den Graffitikünstler Marc Knust die Aussenfassade des Tennisheims komplett neugestaltet


Die meisten Arbeiten wurden in Eigenleistung von Clubmitgliedern und beim Clubhaus mit Unterstützung von ABM-Kräften des Stadt-und Bäderamtes erledigt. Seit 1990 gibt es wieder Verhandlungen um neue Tennisplätze.
Es wurde vorgeschlagen, die Tennisplätze innerhalb des Stadions von der Straßenseite in den hinteren Teil des Stadions (vor die Laufhalle) zu verlegen.

2013:

Durch die sich stetig wiederholenden Wetterkapriolen (heftige Regengüsse, Hagel, Überschwemmungen) befinden sich die Tennisplätze seit mehreren Jahren in einem erbärmlichen Zustand. Die wochenlange Sperrung der Tennisplätze führte verständlicherweise zum Unmut vieler Mitglieder, so dass das Thema Platzneubau eine neue Gestalt annahm. Immer wieder wurden die Linien herausgespült bzw. der Sand von den Tennisplätzen bis vor das Vereinsgebäude gespült. Diese Schäden konnten nur mühsam wieder behoben werden und waren auf Dauer nicht mehr durch die Mitglieder zu stemmen.

 

 

Bei der Mitgliederversammlung am 20.03.2013 wurde das Thema Platzneubau thematisiert. Projektleiter und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Sven Kühnel stellte das Bauvorhaben vor, welches mit Hilfe der Beantragung von Fördermitteln durch die Stadt Leipzig verwirklicht werden sollte. Auf dieser Grundlage und nach Genehmigung der Fördermittel konnte der Beginn des Neubaus der Tennisplätze am 26.11.2013 realisiert werden. Durch die Firma Barthel wurde der Oberflächenabtrag  durchgeführt und 650 Tonnen Altmaterial entsorgt. Es wurde eine neue Schotterschicht und eine dynamische  Schicht aufgetragen, die das Regenwasser aufsagen soll und die Feuchtigkeit bei Bedarf an die Plätze abgeben wird. Die Plätze wurde durch eine neue Drainage an die Kanalisation angeschlossen und die vorhandene Beregnungsanlage angepaßt. Das Gefälle der Plätze konnte durch diese Baumaßnahmen um 50 Prozent korrigiert werden.

 

Nicht ganz pünktlich zur Saisoneröffnung im April 2014, sondern erst im Mai 2014, konnten die neuen Plätze für den Spielbetrieb freigegeben werden.